Start Problem

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Lars96
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Start Problem

#1

Beitrag von Lars96 » Dienstag 12. März 2019, 17:23

Guten Tag liebe Gemeinde,
ich bin Lars, komme aus dem Raum Hannover und bin 22 Jahre jung. Ich habe seit Mitte 2018 eine Zephyr 750 und bin die Saison auch ganz glücklich einige hundert Kilometer gefahren. Mir ist aufgefallen das sie zum Ende der Saison immer schlechter gestartet ist und am Ende habe ich sie nur noch mit Mühe gestartet bekommen. (Überbrückt mit KFZ) Nach der Winterpause möchte sie aber gar nicht mehr starten. Nun zu meinem Problem:
Der Anlasser und die Zylinder drehen aber sie startet nicht. Daraufhin wurden Zündkerzen getauscht und die 4 Zündfunken kontrolliert. Soweit alles in Ordnung. Nun dachte ich das es der Vergaser sein muss. Also Vergaser raus und ab ins Ultraschallbad, selbstverständlich auseinander gebaut. Dabei gleich die Leerlaufgemischschrauben erneuert, da die alten Krumm waren. Die LGS auch wie hier geschrieben 2 ¼ außen und 2 ½ innen Umdrehungen raus geschraubt.
Nun den Vergaser wieder montiert. Die Gummis zum Zylinder gleich auf Falschluft kontrolliert, auch in Ordnung. Dabei gleich mal die Einlässe der Ventile gecheckt, auch alles soweit normal. Aber sie wollte immer noch nicht. Den Zündimpulsgeber kontrolliert ob man irgendwas sieht. Auch in Ordnung.
Das Motorrad „hängt am Tropf“ also kein Tank und kein Benzinhahn dazwischen. Der Behelfstank mit 500ml Fassungsvermögen sackt nach öffnen des Hahnes auch auf 200-300ml ab also alle Kammern müssen voll sein. Danach machen ja die Nadeln zu und es kann kein Sprit mehr fließen. Ich habe beim Testen KEIN Luftfilter dazwischen. Ich weiß nicht ob das schon ein Fehler von mir ist, andere fahren ja auch mit offenen Luftfiltern rum. Die stutzen gehen so schlecht drauf, weshalb ich es ohne versuchen wollte. Die Batterie ist fast neu und die Spannung beträgt direkt nach dem Laden ca 14,0 Volt.
Beim Start Versuch fällt mir auf das sie Benzin aus der Ansaugseite raus „Spuckt“. Die Vergaser sind auch sehr nass und es riecht nach Sprit. Der Motor macht auch Kompression aber gefühlt drückt er nach/oder vor dem Saugen auch Luft gegen den Vergaser zurück. Also eigentlich die falsche Richtung oder was sagt ihr? Die Zündkerzen sind aber trocken. Meint ihr es könnte ein Problem mit den Ventilen sein? Aber so falsch das die Zeiten überhaupt nicht mehr passen? Mir gehen langsam die Ideen aus und ich zweifele gerade so ein bisschen an meinem technischen Verständnis.
Hat jemand noch ein paar Tipps für mich oder liest schon einen groben Fehler den ich gemacht habe? Kann das Motorrad überhaupt ohne Luftfilterkasten starten (Strömungsverhalten der Luft)? Oder liegt es doch am Zündsystem? Ich lade gerne noch Bilder vom Versuchsaufbau und den Kerzen hoch wenn gewünscht. Ich hoffe ich habe das Problem und die Lösungsansätze die ich hatte gut beschrieben.Bin neu im Forum und für Verbesserungen und Kritik bin ich immer offen.
Mit freundlichen Grüßen
Lars

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jogri8
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Re: Start Problem

#2

Beitrag von jogri8 » Dienstag 12. März 2019, 18:48

Hy Lars,

herzlich Willkommen hier. Hier bist auf jeden Fall richtig. Die Jungs werden sich sicher schnell melden.

Da ich hier nicht der Technikfreak bin, äußere ich mich hier sehr vorsichtig:

Ich meine gerade die 750er mag das ohne Luftfilter und oder Falschluft überhaupt nicht!


Liebe Grüße und viel Spaß noch beim Basteln.

Jo, der die Tage auch die Vergaser von Spike ausbauen wird! :shock:
aus dem Lieblichen Taubertal!!!!!

Z-master
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Re: Start Problem

#3

Beitrag von Z-master » Dienstag 12. März 2019, 18:52

Ventilspiel gehört hier auf jeden Fall kontrolliert - vor allem wenn es wie du sags schleichend kam! nicht dass hier bereits ein Ventil offen steht...
zu deinem gedanken dass bei betätigung des anlassers auch ein LuftAUStriff am Gaser stattfindet: Stichwort Ventilüberschneidung.
Das ganze Gaserprinzip basiert ja auch auf einer hin und herschwingenden Luftsäule - daher kann es auch sein dass das Moped mal eine Gemischwolke hinten aus dem Gaser rauskotzt. wenn man Trichter fährt sieht man den Nebel ganz schön ;)

nun zu deinem Problem: sind wirklich ALLE Bohrungen im Gaser frei? aud die die keine rausschraubbare Düse haben?
ansonsten: im leerlauf müsste sie ohne Lufikasten schon anspringen, hochdrehen wird sie nicht da du die Strömungsverhältnisse so ruiniert hast

ansosnten: schwierige Sache mit der Ferndiagnose - ich denke überfettung kann man wg. der trockenen Kerzen ausschließen, wie siehts mit dem Chokesystem aus? is da alles ok?

Grüße
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Lars96
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Re: Start Problem

#4

Beitrag von Lars96 » Dienstag 12. März 2019, 20:16

Oke das mit der schwingenden Luftsäule habe ich nicht bedacht. Hatte mich nur gewundert das es immer die beiden äußeren Zylinder sind die "Spucken". Mit den Ventilen gebe ich dir Recht. Traue mich aber nicht so richtig ran...(Ich muss noch mal im Forum stöbern) Mit dem Vergaser bin ich mir halt nicht so sicher. Habe schon den 2ten Vergaser eingebaut. Hatte einen gebraucht erstanden und beide im Ultraschallbad fit gemacht.(Hatte sogar versucht den gebrauchten vorher wie geliefert einzubauen) Das beide Vergaser so kaputt sind halte ich eigentlich für unwahrscheinlich, aber ich bin ja auch nicht fehlerfrei. Das Chokesystem sollte eigentlich arbeiten die Kanäle sind ja relativ groß und waren blitze blank. Der Seilzug und der Mechanismus arbeitet auch einwandfrei.Die Vergaser sind sowieso nach meiner Behandlung mit Ultraschallbad + Aludruckgussreiniger(Für Vergaser geeignet) blitze blank. Hatte danach auch alles fein mit klarem Wasser abgewaschen und mit Druckluft trocken gepustet. Danach leicht eingeölt. Mit der Einstellung der Drosselklappe hatte ich auch experimentiert und verschiedene Stellungen ausprobiert. Brachte aber keinen Unterschied. Selten gibt es mal eine Fehlzündung das war es aber auch schon.

Gruß Lars

PS: Klasse wie schnell man hier erste Antworten bekommt!(freue mich sehr)

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Lars96
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Re: Start Problem

#5

Beitrag von Lars96 » Dienstag 12. März 2019, 20:31

Und was mir noch einfällt: Mit Startpilot springt sie auch nicht an... kein Mucks...
Mit den Ventilen... Ist das wirklich so ein schleichender Prozess? Ich hätte nie gedacht das die Ventile sich einfach so über die Zeit verstellen?!
Gruß Lars

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Re: Start Problem

#6

Beitrag von Z-master » Dienstag 12. März 2019, 21:57

tun sie leider ... bei der 750er verringert sich das Ventilspiel alle 10.000km ziemlich zuverlässig um 0,02-0,03mm ;) Die Ventile schlagen sich in ihren sitz ein und das Spiel wird kleiner.

in deinem Fall hilft leider nur eines - von A-Z alle durcharbeiten! Also mal mit ner Kompressionsprüfung anfangen, dann Ventilspiel kontrolliegen und ggf. anpassen. Weiter würde ich dann mal die Zündanlage anschauen - funken alle Kerzen auch dann wann sie sollen? nicht dass die Spulen oder Stcker vertauscht sind. Dann weiter mit dem Gaser.

und was du vorab noch testen kannst (sofern du sicher bist dass Mechanisch nix im Argen ist): versuch das ding mal mit einer Autobatterie zu starten! Das Ding hat mehr Dampf - of ist es auch so dass der Anlasser so viel Strom aus einer halbtoten Batterie rauszieht und dann nicht merh ausreichend Leistung vorhanden ist um die Zündanlage odrnungsgemäß zu versorgen. Die elektronischen Zündungen reagieren da etwas verschnupft.
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Dirty Harry
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Re: Start Problem

#7

Beitrag von Dirty Harry » Dienstag 12. März 2019, 22:22

Hey Lars,
wenn sie mit Startpilot nicht kommt, stimmt was mit der Zündung nicht, sie muß wenigstens kurz zünden, auch ohne Lufi.

Sicher, daß ein Zündfunken da ist?

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Re: Start Problem

#8

Beitrag von Franx » Mittwoch 13. März 2019, 20:12

Moin,
so wie sich das liest,würde ich auch mal eher auf Zündung tippen. Zum einfachen tauschen
müsste ich noch ne zündbox spulen usw von einen Schlachtmoped von damals noch haben (lief)

lg franx
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Re: Start Problem

#9

Beitrag von wrmdschr » Mittwoch 13. März 2019, 20:52

Hallo Lars,
einfach aus dem Stehgreif. Ist die Tankentlüftung vllt zugeschmockt?
Evtl. hilft es dir ja.

Schau mal hier rein: viewtopic.php?f=64&t=12341

Viele Grüße
Hassan

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Lars96
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Re: Start Problem

#10

Beitrag von Lars96 » Sonntag 17. März 2019, 13:03

Guten Tag liebe Gemeinde, ich wollte mich nochmal für die Hilfe bedanken. Nun ein kleines Update:
Der Post von Z-Master hat mich nachdenklich gemacht, deshalb habe ich mir einen Kompressionsprüfer gekauft und siehe da...
Zylinder 1 ca 0,4 bar
Zylinder 2 ca 4,0 bar
Zylinder 3 ca 2,0 bar
Zylinder 4 ca 0,3 bar
Alle Messungen wurden mehrfach wiederholt. Immer die gleichen Ergebnisse. Nun zur Frage? Sind das nur die Ventile + Kolbenringe oder ist das ein grundsätzliches Motorproblem. Ich denke mal ich komme nicht drum herum den Motor aus dem Motorrad zu nehmen oder was sagt ihr? Was sind denn realistische Werte (Kompression) für einen so alten Motor? Ich hatte so ca 10 bar im Kopf bin mir aber sehr unsicher.

Mit freundlichen Grüßen
Lars

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Re: Start Problem

#11

Beitrag von Dirty Harry » Sonntag 17. März 2019, 13:42

Überprüfe die Ventile, bin mir ziemlich sicher, daß da überhaupt nichts stimmt.

Harry
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Re: Start Problem

#12

Beitrag von Hans-Dieter » Sonntag 17. März 2019, 16:59

Hi, mein Motor hatte bei 56 Tkm 8 Bar auf jedem Zylinder, dafür aber 71 Ps gedrückt.

Bei deinen Werten die Ventile kontrollieren. Da liegt einiges im Argen.

Im Gegensatz zu den "Großen Kawasaki " bedarf die 750 regelmäßig alle 10-12 Tkm ein Check der Ventile.
Keep on rolling

Hans-Dieter

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Re: Start Problem

#13

Beitrag von Opodeldok » Sonntag 17. März 2019, 18:33

Wenn sie noch fuhr, aber immer schlechter und jetzt nichts mehr an Steuerzeiten stimmt, dann sieh dir auch mal den Kettenspanner der Steuerkette an. Von alleine verstellt sich da nichts...... Kette evtl. ein paar Zähne übersprungen?
Nur Tunten fahren verkleidet...!

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