Gabelsimmeringe tauschen - so einfach + schnell wie möglich

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Corv8
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Gabelsimmeringe tauschen - so einfach + schnell wie möglich

#1

Beitrag von Corv8 »

Habe voriges WE die Simmeringe meiner ZR750 tauschen müssen - bevorstehende Inspektion. Nach Lektüre diverser hier zu lesender Beiträge habe ich folgendes gemacht:

Motorrad am Mittelständer aufgebockt. am Lenkerhalter mit dem Hallenkran gesichert.
Bremssättel runter, am Rahmen mit Kabelbindern befestigt.
Vorderrad raus, Kotflügel runter.
Verschlusstopfen oben aufgemacht ( geringe Federvorspannung), AUF EINER SEITE alle Teile darunter inkl Federn rausgeholt und in der korrekten Reihenfolge in einen flachen Karton gelegt.
(- aus kummervoller Erfahrung nur eine Seite - falls etwas schiefgeht/ verloren geht/ fehlt/ kaputt ist hätte ich eine zweite unberührte Version zum Vergleichen)
Inbusschraube unten mit einer langen Nuss + Schlagschrauber auf 1er Stufe aufgemacht. Leider erst danach ein Ölgefäss druntergestellt. :oops:
Staubring mit kleinem Schraubenzieher rausgeholt. Sicherungsdrahtring mit ebendiesem - mit abgerundeten Kanten - vorsichtig rausgewerkt und drauf geachtet das Standrohr nach Möglichkeit nicht zu berühren.
Aussenrohr nach unten mit zwei oder drei Rucken runtergezogen. Simmering, Scheibe, Buchse bleibt am Rohr.
Untere Buchse (geschlitzt) mit den Fingernägeln aufgespreizt und aus der Eindrehung des Rohres heraus- und abgezogen, die andern Teile vom Rohr genommen, neuen Staubring , Drahtring, neuen Simmering, Scheibe, oberes Gleitlager wieder raufgeschoben (Vorsicht auf die Dichtkante des Simmerrings) , unteres Lager wieder aufs Rohr einschnappen lassen. Aussenrohr raufgeschoben.
von zwei vorhandenen Gleitlagern mit 3mm Wandstärke aus dem Maschinenbau und passendem Durchmesser zirka 70° weggeschnitten, eine Kante aufgebördelt.
Kawa Gabelsimmeringe (3).jpg
Das entstehende Werkzeug soll an der Buchse und dann am Simmerring AUSSEN angreifen, um die Dichtlippe und das Standrohr nicht zu gefährden. Dann vorsichtig damit zuerst die obere Buchse, dann den Simmering mit dem grösseren Werkzeug unter stetigem Weiterdrehen des Aussenrohres mit diesem reindrücken und dann mit einem kleinen Gummihammer an der Aufbördelung fertig reinklopfen.
Dann den Drahtring mit Schraubenzieher und Fingernägeln eingebaut und doppelt kontrolliert ob er rundherum in der Nut einrastet.
Staubring mit der Hand reingedrückt.
Inbusschrauben VORSICHTIG mit dem Schlagschrauber angezogen.
Motoröl W10 eingefüllt. Verschlussstopfen mit Nuss, langer Verlängerung um ihn gerade anzusetzten, Ratsche eingedreht und festgezogen.

Vorderrad, Kotflügel, Bremssättel montiert.

Gesamtzeit 1. Seite 2, 5 Stunden mit Werkzeug anfertigen, etwa 30 -40 Minuten die zweite. Dazu noch einiges für Kran anhängen, Kaffee trinken und jausnen.
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Dirty Harry
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Re: Gabelsimmeringe tauschen - so einfach + schnell wie möglich

#2

Beitrag von Dirty Harry »

Motoröl :?:
Du solltest ein paar mal ein- und ausfedern nachdem Gabelöl eingefüllt wurde um die gabel zu entlüften.
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Bernd-Hamburg
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Re: Gabelsimmeringe tauschen - so einfach + schnell wie möglich

#3

Beitrag von Bernd-Hamburg »

Viele Wege führen nach Rom, so auch dieser.
Solange die Dichtringe gut eingebracht wurden, die Standrohre unbeschädigt blieben und das richtige Öl eingefüllt wurde, passt es doch.

Einige Erfahrungen von mir:
- Ein Schlagschrauber macht meist mehr kaputt als heil
- Das Lösen der oberen Standrohrschraube geht einfacher, wenn man die Klemmung der Gabelbrücke oben löst.
- Die Ölablaßschraube an der 750er lässt man in Ruhe. Das mach nur eine Riesensauerei beim Einfedern.
- Idealerweise baut man die beiden Gabelrohre aus => Rahmen abstützen
- Standrohre genau angesehen? Pickelfrei? Tipp: Mit 1000er Schreibpaper abziehen.
- Die untere Inbusschraube am Tauchrohr wird eingeklebt (blau) und braucht eine neue Kupferdichtung. Drehmoment beachten.
- Federn noch maßig? Bei progressiven Federn richtig herum eingebaut? Luftpolster ohne Federn nach Entlüftung der Dämpfer (siehe Harry) EINGETAUCHT messen !
- Ein Werkzeug zum Eintreiben der Simmerringe braucht es nicht. Einfach die alten Simmerringe nutzen und dann mit einem 100g Hammer oder Gummihammer leicht klopfen. Das geht einwandfrei und ohne Schäden.
- Die Klemmfedern gibt es aus Edelstahl, die nicht rosten (können).

Aber du bist ja schon fertig. Gute Fahrt !
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Zeferl
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Re: Gabelsimmeringe tauschen - so einfach + schnell wie möglich

#4

Beitrag von Zeferl »

1000er Schleifpapier wäre mir dafür zu grob, auch wenn es sich nicht so anfühlt.
2000er ist gut! Und das noch mit WD 40 gibt ganz fein, kann aber auch abtragen!
Gruß vom Zeferl aus Ostbayern
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Corv8
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Re: Gabelsimmeringe tauschen - so einfach + schnell wie möglich

#5

Beitrag von Corv8 »

Bernd-Hamburg hat geschrieben: Donnerstag 17. September 2026, 10:12 Viele Wege führen nach Rom, so auch dieser.
Solange die Dichtringe gut eingebracht wurden, die Standrohre unbeschädigt blieben und das richtige Öl eingefüllt wurde, passt es doch.

nach einer Woche täglich fahren alles ok.

Einige Erfahrungen von mir:
- Ein Schlagschrauber macht meist mehr kaputt als heil

Vollkommen richtig. Ich verwende ihn ungern und wenn nur mit äusserster Vorsicht.


- Das Lösen der oberen Standrohrschraube geht einfacher, wenn man die Klemmung der Gabelbrücke oben löst.
- Die Ölablaßschraube an der 750er lässt man in Ruhe. Das mach nur eine Riesensauerei beim Einfedern.

Habs auch nicht angegriffen... das Öl ist beim Lösen der Inbusschraube gleich weg gewesen.

- Idealerweise baut man die beiden Gabelrohre aus => Rahmen abstützen

Das Problem ist hier in Österreich, dass sowohl Prüfplakette wie auch Autobahnvignette am rechten Standroh angebracht sind. Werden die zerstört, darf man ncht mehr fahren bis man die Bürokratie zwecks Erlangung von Duplikaten befriedigt hat.


- Standrohre genau angesehen?

ja... ich repariere täglich Hydraulikzylinder... bin da Kummer gewohnt.


Pickelfrei? Tipp: Mit 1000er Schreibpaper abziehen.
- Die untere Inbusschraube am Tauchrohr wird eingeklebt (blau) und braucht eine neue Kupferdichtung. Drehmoment beachten.
- Federn noch maßig? Bei progressiven Federn richtig herum eingebaut? Luftpolster ohne Federn nach Entlüftung der Dämpfer (siehe Harry) EINGETAUCHT messen !

keine progressiven Federn, alles ok.

- Ein Werkzeug zum Eintreiben der Simmerringe braucht es nicht. Einfach die alten Simmerringe nutzen und dann mit einem 100g Hammer oder Gummihammer leicht klopfen. Das geht einwandfrei und ohne Schäden.

nur möglich wenn man die Standrohre ausgebaut hat - siehe oben.

- Die Klemmfedern gibt es aus Edelstahl, die nicht rosten (können).

sie waren makellos. Allerdings würde ich Seegerringe für professioneller halten... aber ok, es funtioniert ja so.


Aber du bist ja schon fertig. Gute Fahrt !
Danke!
Zuletzt geändert von Corv8 am Samstag 19. September 2026, 10:58, insgesamt 1-mal geändert.
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Corv8
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Re: Gabelsimmeringe tauschen - so einfach + schnell wie möglich

#6

Beitrag von Corv8 »

Dirty Harry hat geschrieben: Donnerstag 17. September 2026, 09:17 Motoröl :?:
gibts einen echten Unterschied ? (Ehrliche Frage, ich lerne gern dazu)
Vor dreissig Jahren hatten wir drei Öltanks in der (LKW) Werkstätte, damit haben wir das ganze Spektrum an Motoren abgedeckt. Heute haben wir unzählige Fässer mit der für die jeweilige Marke/ Type freigegebene Specifikation herumstehen, wehe wenn da ein falsches eingefüllt wird... Ich bin mir recht sicher, dass das grossteils Verarsche ist um 1) im Schadensfall dem Kunden den schwarzen Peter zuschieben zu können und 2) Umsatz zu machen.

Auf die dadurch gegebenen Nachteile in der Ersatzteilwirtschaft und im Serviceablauf will ich gar nicht eingehen, das hat alles mit meinen Simmeringen nichts zu tun. Sorry fürs off topic.
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Bernd-Hamburg
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Re: Gabelsimmeringe tauschen - so einfach + schnell wie möglich

#7

Beitrag von Bernd-Hamburg »

Hi Corv8,

ein Einbereichsöl vs. einem Mehrbereichsöl.
Ich bin sicher, in der Gabel werden keine besonderen Temperaturbereiche erreicht, insofern dürftest du recht haben. Ein 5W-30 o.ä. müsste gut funktionieren.
Ob so ein Öl günstiger ist als Gabelöl, muss man individuell schauen.

Die meisten Zephyrfahrer haben progressive Federn verbaut, weil die Gabel spätestens bei Soziusbetrieb auf Block geht, bzw. gehen kann.
Aber die originalen funtionieren auch. Ich hab noch neue liegen (Sofortumbau nach 2 Wochen) :)
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Corv8
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Re: Gabelsimmeringe tauschen - so einfach + schnell wie möglich

#8

Beitrag von Corv8 »

Bernd-Hamburg hat geschrieben: Samstag 19. September 2026, 13:10 Hi Corv8,

ein Einbereichsöl vs. einem Mehrbereichsöl.
Ich bin sicher, in der Gabel werden keine besonderen Temperaturbereiche erreicht, insofern dürftest du recht haben. Ein 5W-30 o.ä. müsste gut funktionieren.
Ob so ein Öl günstiger ist als Gabelöl, muss man individuell schauen.
es steht ein Fass im Keller.... ich hab auch keinen Unterschied gemerkt punkto Fahrverhalten.
Die meisten Zephyrfahrer haben progressive Federn verbaut, weil die Gabel spätestens bei Soziusbetrieb auf Block geht, bzw. gehen kann.
Aber die originalen funtionieren auch. Ich hab noch neue liegen (Sofortumbau nach 2 Wochen) :)
ich fahre nur solo und habe 83 kg, hat noch nie durchgeschlagen. Also bin ich mit der Reparatur zufrieden, es ist mir bewusst dass man es im Detail besser auch machen hätte können.
Jetzt noch die Kette/ Ritzel, und die Ventildeckeldichtung, dann zur Inspektion.
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Re: Gabelsimmeringe tauschen - so einfach + schnell wie möglich

#9

Beitrag von Zeferl »

Ritzel vorne 1 Zahn mehr überlegen, bringt etwas Ruhe.
Ventildeckeldichtung: Die äusseren Schrauben einsilikonieren! Ebenso die Halbmonde.
Gruß vom Zeferl aus Ostbayern
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Re: Gabelsimmeringe tauschen - so einfach + schnell wie möglich

#10

Beitrag von Dirty Harry »

Corv8 hat geschrieben: Samstag 19. September 2026, 10:55
Dirty Harry hat geschrieben: Donnerstag 17. September 2026, 09:17 Motoröl :?:
gibts einen echten Unterschied ? (Ehrliche Frage, ich lerne gern dazu)
Vor dreissig Jahren hatten wir drei Öltanks in der (LKW) Werkstätte, damit haben wir das ganze Spektrum an Motoren abgedeckt. Heute haben wir unzählige Fässer mit der für die jeweilige Marke/ Type freigegebene Specifikation herumstehen, wehe wenn da ein falsches eingefüllt wird... Ich bin mir recht sicher, dass das grossteils Verarsche ist um 1) im Schadensfall dem Kunden den schwarzen Peter zuschieben zu können und 2) Umsatz zu machen.

Auf die dadurch gegebenen Nachteile in der Ersatzteilwirtschaft und im Serviceablauf will ich gar nicht eingehen, das hat alles mit meinen Simmeringen nichts zu tun. Sorry fürs off topic.
Gute Frage.
Klar kann man einiges durch anderes ersetzen, aber Gabelöl soll ja nicht nur schmieren, sondern auch dämpfen, was Motorenöl nicht muss.
Insofern denke ich dass da schon Unterschiede sind.
Bin aber auch kein Ölprofi.
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Re: Gabelsimmeringe tauschen - so einfach + schnell wie möglich

#11

Beitrag von Bernd-Hamburg »

Eine Flüssigkeit dämpft nicht, auch kein Öl. Flüssiglkeiten kann man nicht komprimieren.

Mich hat das Thema gestern auch noch einmal beschäftigt. Der wichtigste Unterschied sind unterschiedliche Additive, die entsprechend zur Anwendung des Öls beigemengt werden.
So gehört die Verträglichkeit zu den Simmerringen dazu und vor allem, die Verhinderung des Aufschäumens des Öls, wenn es durch die Löcher gepresst wird.
Luftblasen im Öl sind kompressibel und wirken einer Dämpfung entgegen und mindern die Dämpfwirkung.

Zu Not und zum Spülen geht Motoröl, aber eine gute Idee ist es nicht.
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Re: Gabelsimmeringe tauschen - so einfach + schnell wie möglich

#12

Beitrag von Corv8 »

Bernd-Hamburg hat geschrieben: Sonntag 20. September 2026, 12:30 Eine Flüssigkeit dämpft nicht, auch kein Öl. Flüssiglkeiten kann man nicht komprimieren.

Mich hat das Thema gestern auch noch einmal beschäftigt. Der wichtigste Unterschied sind unterschiedliche Additive, die entsprechend zur Anwendung des Öls beigemengt werden.
So gehört die Verträglichkeit zu den Simmerringen dazu und vor allem, die Verhinderung des Aufschäumens des Öls, wenn es durch die Löcher gepresst wird.
Luftblasen im Öl sind kompressibel und wirken einer Dämpfung entgegen und mindern die Dämpfwirkung.

Zu Not und zum Spülen geht Motoröl, aber eine gute Idee ist es nicht.
(Auf)schäumen ist aber bei Motorölen - speziell bei hochdrehenden Motoren - auch ein Thema, auch und speziell wegen Luftblasen (Kavitationswirkung?) . Wobei ich da nur mal mitgehört habe, als Kollegen von der Motorabteilung sich unterhalten haben. Und unseren Lieferanten und Grosshändler fragen halte ich für sinnlos.

bzgl Additive - ein Einbereichsöl wird da am wenigsten drin haben, ev Korrosionsverhinderer. Das Problem ist mit heutrigen Ölen u.a. dass man mit Additiven einen grossen Bereich in der Viskosität abdecken will. auf der andern Seite - ich hatte schon um 2000 einen LKW der lt Hersteller den ersten Ölwechsel bei 90.000 km brauchte... da wäre früher das Öl nur noch schwarzes Wasser ohne Schmiereigenschaften gewesen. Der Fortschritt ist beeindruckend.
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Re: Gabelsimmeringe tauschen - so einfach + schnell wie möglich

#13

Beitrag von Bernd-Hamburg »

Du scheinst da an einer guten Quelle zu sein.
Ich verneine deinen Ansatz nicht, aber er erscheint ungewöhnlich, aber nicht unmöglich.
Bei 10-12€/Liter für Gabelöl stellt sich die Frage nach Motoröl aber eigentlich nicht.
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